Willkommen daheim!

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Dienstag, 29. Juli 2014

The Unknown Known



Für Negativ-Film hab ich den neuen Film von Errol Morris rezensiert. Ein großartiger Film mit einer Academy Award-würdigen Performance (und ich schreibe das nicht, weil ich Rumsfeld für einen Lügner halte). Ich frage mich, wem Rumsfeld bei der Zeremonie gedankt hätte, wenn er den Oscar abgestaubt hätte. W.? Seiner Frau? Gott? Oder doch eher sich selbst?
Das Unglaubliche an den Figuren von Errol Morris ist, dass man sie nicht erfinden kann. Man kann sie nicht scripten. Ein Drehbuch folgt stets einer Logik, die für die Meisten nachvollziehbar sein soll. Aber wie erklärt man die Exzentriken von Fred Leuchter oder die Gedankengänge, die in "Vernon, Florida" stattfinden? Und wie rechtfertigt man das Grinsen dieses Mannes?

Manchmal muss man die Wirklichkeit fiktionalisieren, um zum Kern der Sache vorzudringen, wie Oliver Stone das in seinen frühen Filmen gemacht hat. Aber manchmal muss man es machen wie Morris. Manchmal muss man seinen Protagonisten die Plattform bieten, die sie suchen. Nur so kann man eine psychologische Dichte erreichen, die einem sonst nur ein Roman geben kann.


Dienstag, 8. Juli 2014

Der Mensa-Zoo



Eine Erik Wasilewski-Geschichte 

Kochen war unter meiner Würde. Lieber würde ich widerliche, für die Massen abgefertigte Pampe essen, als mich freiwillig in meine Küche zu bewegen. Die Küche war der Ort, wo der Kühlschrank stand, wo das Bier gelagert war. Und die Fertigpizza.
Kochen war etwas, das man für jemanden tat, meist aus Liebe. Ich hatte nie viel Liebe für mich übrig, also wieso jemanden bekochen, der einem die meiste Zeit nur auf die Nerven ging? So speiste ich des Öfteren in der Mensa der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, wo ich manchmal studierte. Ich saß nie mit den gleichen Leuten in der Mensa, was natürlich mit unterschiedlichsten Stundenplänen zu tun hatte. Mit meinem Freund Arne esse ich montags und mittwochs. Dienstags schaue ich, ob ich jemand bekanntes wiedersehe, und donnerstags esse ich mit Dennis, Sebastian und Harri Schuster. Über letzteren wunderte ich mich stets, da er so gar nicht in die Universitätslandschaft passen wollte. Er hatte ein Babyface, das niemals auch nur den Ansatz eines Bartes zierte, einen nicht unbeträchtlichen Bierbauch, war aber gleichzeitig unfassbar stark, und konnte Bier trinken wie Wasser. Jeder Arzt würde ihm wahrscheinlich schweren Alkoholismus attestieren, aber darüber würde er nur lachen. Er funktionierte. Er funktionierte immer. Wenn er wollte.
Er studierte Sportwissenschaft, und war bei den Kommilitonen wohl nicht sehr beliebt. Vor allem weil er sie in jeder Sportart schlagen konnte. Er war die Ruhe selbst, und kannte die verrücktesten Leute. Durch ihn lernte ich Dennis kennen, Chemiestudent und Amphetamindealer, sowie Christoph Krösus, Langzeitstudent und –depressiver, und Sebastian, einen radikalen Kiffer. 

  

Während wir so dasaßen und uns eine lächerliche Parodie von Spätzle zu Gemüte führten, redeten wir über andere verrückte Leute, die die Mensa so heimsuchten.
Was macht der Rapist eigentlich?“, fragte ich.
Den hab ich neulich wieder gesehen“, meinte Dennis, „das hättet ihr sehen sollen. Er saß allein an einem leeren Tisch, bis zwei Asiatinnen ankamen, und sich dazusetzten. Er setzte sich um, direkt neben die Beiden, und begann ein Gespräch.“
Der lernt’s nie“, meinte Harri.
Ich hab das von weitem beobachtet, deswegen weiß ich nicht genau, was er gesagt hat, aber ich glaube, die Asiatinnen haben ihn erst nicht verstanden. Entweder war ihr Deutsch nicht so gut oder er murmelte irgendwas Unanständiges vor sich hin.“
Die haben bestimmt an einer Stelle des Gesprächs das Gesicht verzogen“, sagte ich.
Das stimmt. Das Trauerspiel ging noch eine Weile so weiter, bis er irgendwas gesagt haben musste, was die Beiden verstimmte. Kurz danach sind sie aufgestanden und gegangen.“
Der Rapist war ein ehemaliger Student, der, vermuten wir, keinen Abschluss hatte und dazu bestimmt war, wie ein Geist die heiligen Hallen dieser unseren Lernstätte unsicher zu machen. Er arbeitete ab und an als Lateinlehrer (Aufpassen Mädels, wenn am Schwarzen Brett ein Aushang auftaucht, beginnend mit den Worten „Latein!! Latein!!“), was er aber weniger als Einnahmequelle, sondern als günstige Gelegenheit nutzte, sich jungen, wehrlosen Studentinnen aufzudrängen. Vielleicht war er harmlos, er war immerhin noch da und saß nicht im Knast, aber ganz dicht war er sicher nicht. Wenn „Latein!! Latein!!“ es nicht brachte, konnte er immer noch auf die Mensa zurückgreifen, und auf den Überraschungseffekt setzen. Die meisten Mädels, die er bedrängte, waren viel zu perplex, um ihn fortzujagen. Erst nach einigen Minuten merkten sie, was das für ein Typ war, und da war es schon fast zu spät, ihn abzuwehren. Er war hartnäckig. Er war auch dickbäuchig, mindestens 45 Jahre, und trug einen schmierigen Zopf, der ihn endgültig als potentiellen Pornoregisseur typecastete.
Der Rapist war mal Langzeitstudent, das wissen wir von Christoph Krösus, dem dessen Eskapaden bereits vor fünfzehn Jahren auffielen.
Habt ihr den Christoph eigentlich mal wieder gesehen?“, fragte ich.
Der stand vorhin noch neben mir“, sagte Dennis, „wir haben beide den heutigen Speiseplan studiert. Das sag ich übrigens jetzt immer, wenn mich jemand fragt, was ich studiere. Den Speiseplan der Mensa!“
Sehr witzig. Und Christoph?“
Er wollte eigentlich mitkommen. Aber er scheint sich irgendwann davongetrübt zu haben.“



Christoph verschwand immer, wann man es am wenigsten erwartete. Anders als der Rapist war Christoph alles andere als aufdringlich. Er schien seine Anwesenheit oft genug als Bürde zu sehen, und verweigerte sich deswegen die meiste Zeit der Außenwelt. Christoph hatte viel Ahnung, nach 30 Semestern darf man das auch, aber er befand sich in einem besonderen Stadium der Depression, die die Meisten gar nicht erst erreichen, weil sie sich wahrscheinlich längst umgebracht hätten. Zweimal mindestens. Er hatte die meisten Gefühle, positive wie negative, hinter sich, sowie die meisten Wünsche und Begierden des Lebens. Manchmal beneidete ich ihn, weil ich seine ruhige, zurückhaltende, fast bedächtige Art mit einer Art Zen-Gleichmut verwechselte. Als würde er die Welt aus der Vogelperspektive betrachten, und viel besser verstehen, was sich da unten abspielte. Doch dem war nicht so. Er steckte, seit mindestens zehn Jahren, wenn nicht mehr, in einer ernsthaften Krise, die sein Leben blockierte. Der Zen-Gleichmut war eine Ohnmacht gegenüber dem Leben, worin er eine Routine reinbrachte, die mich vor allem eines lehrte: das Leben geht weiter, ob es dir gefällt oder nicht.
Manchmal fragte ich mich, ob die Abwesenheit von Wünschen, bzw. das Nicht-Erlauben von derartigen Gedanken, nicht auch eine Abwesenheit von Ängsten mit sich brachte. Vielleicht war Christoph Krösus ein angstfreier Mensch. Wovor sollte er auch Angst haben? Er hatte so viele Fehler bereits begangen, sogar mehrfach. Seine schlimmsten Befürchtungen sind längst eingetreten. Wie tief kann jemand wirklich fallen? Es musste doch ein Ende geben.
Er ist doch längst unser Maskottchen geworden“, sagte Sebastian, und versuchte eine Kameraderie zu beschwören, die meiner Meinung nach nicht existierte. Harri und ich wechselten einige besorgte Blicke. Er macht wieder einen auf beste Freunde, sagten seine Augen.
Er fasziniert mich, aber er deprimiert mich auch“, sagte ich. „Ich will ihn nicht in meinem Privatleben, aber ab und an will ich eine Kostprobe seiner Vorstellung. Versteht ihr?“
Plötzlich war ich ehrlich, und wusste nicht wieso. Sebastian schaute mich verständnislos an.
Wir können ihn ja buchen“, sagte er. „Damit er mal ein bisschen Geld verdient.“
Ist er nicht verschuldet?“, fragte Dennis.
Stress mit der Krankenkasse.“
Christophs Geschichten waren oft unfassbar deprimierend. Aber sie klingen auch absolut abgestumpft. Als hätte er dieselben Storys Jahre zuvor mit verzweifelter, tränenerstickter Stimme jemandem anvertraut. Heute klingt „Mein Leben ist sinnlos“ wie „Ich muss noch Milch einkaufen“. Abstumpfung ist auch eine Art zu überleben.
Was ist eigentlich aus Cheng geworden?“, fragte Dennis. „Ich sehe ihn gar nicht mehr.“
Weißt du’s nicht?“ Harri verschluckte sich fast an seiner Cola. „Der ist zurück in China. Hast du keine Mail bekommen?“
Ihr schreibt euch Mails?“
Er schreibt uns allen Mails.“
Ich hab keine bekommen.“
„Ich leite sie weiter.“
Seit wann ist er wieder zurück?“
Paar Wochen, nicht mehr. Ich glaube, keiner wollte seinen Film finanzieren.“
Cheng war ein äußerst schillerndes Mensa-Phänomen. Ein verrückter Chinese, Mitte 40 mindestens, der eine alte Fliegeruniform trug, und manchmal sogar eine Deutschlandfahne schwenkte. In der Mensa. Er versuchte auch „Heidi“ umzudichten und Angela Merkel in den Text zu schummeln, doch er scheiterte meist am Metrum. Wir sahen ihn ein paar Mal seine Show abziehen, bis wir ihn irgendwann an unseren Tisch holten. Cheng war großer Deutschlandfan, zumindest hatte er viele Deutschland-Accessoires dabei, unter anderem auch kleine Fähnchen, die er an die Studenten verteilte. Er erzählte uns, er wäre Austauschstudent, aber das war schwer zu glauben. Außerdem wäre er Filmregisseur. Er hatte stets ein Fotoalbum dabei, das er manchmal hervorholte, um uns Portraits von chinesischen Schauspielerinnen zu zeigen, mit denen er schon mal gedreht hätte. Wir kannten keine der Damen, aber wir kannten uns auch nicht aus.
Irgendwann bemerkte Dennis am schwarzen Brett des Fachbereichs Filmwissenschaft einen Aushang: „Suche Darsteller für eine moderne Filmversion der alten chinesischen Geschichte der Drei Chinesen mit dem Kontrabass“. Darunter Chengs Handynummer und E-Mailadresse.
Vielleicht war Cheng auch nur eine chinesische Version von Simon Gosejohann, ein Anarcho-TV-Komiker, der die Deutschen aufs Korn nahm und sie dabei mit versteckter Kamera filmte. Oder er war ein Satiriker, der sich deutscher geben wollte als es die Deutschen waren. Ich hoffe, er schreibt mal wieder.
Wir aßen brav unsere Mahlzeit, und gingen daraufhin eine Etage höher in die Mensaria, wo das Essen teurer war und der Kaffee besser schmeckte. Irgendwann gesellte sich auch Christoph Krösus zu uns.
Wo warst du denn?“
Wer, ich?“, nuschelte er. „Ich war unten, ich hab euch nicht gefunden. Oder ihr habt ihr euch versteckt. Oder ich hab mich vor euch versteckt.“
Wir werden bald Nachbarn“, sagte Dennis, „ich hab jetzt ‘ne Zusage bekommen. Ich ziehe in die Richard Schirrmann-Straße!“
Mit den ganzen Pennern und Studenten?“, sagte ich, „Dann viel Spaß!“
Ach, der Christoph beschwert sich doch auch nicht.“
Was, wer ich?“, fragte Christoph.
Ist doch schön in der Richard Schirrmann-Straße oder nicht?“
Na ja. Ich glaube mein Nachbar schreit immer den Fernseher an. Oder seine Katze. Zumindest schreit keiner zurück. Im Treppenhaus hat jemand in die Ecke gekackt. Wohl kein Hund. Und letzte Woche sprang einer aus dem fünften Stock. Aber es war nicht tief genug. Er hatte überlebt, und war nach dem Aufprall noch bei Bewusstsein. Soll wohl viel geschrien haben.“
Das tun die Meisten, die tief fallen“, sagte Sebastian. „Nur du nicht, Christoph.“
Christoph grinste.


Danke an Simon für die Inspiration

Dienstag, 1. Juli 2014

Sean Wheeler und Zander Schloss im Kulturcafé Mainz

Ich bin schon lange Fan von Regisseur Alex Cox, dessen Filme mich seit seinem Debüt „Repo Man“ regelmäßig in ihren Bann ziehen. Die Anarchie und der absurde Humor funktionieren heute immer noch, vielleicht sogar ein bisschen besser. Denn die Welt ist seit den späten Achtzigern tatsächlich noch eine Spur absurder geworden. Aber damit will ich gar nicht anfangen…

Alex Cox hat stets Bekannte und Freunde gecastet, sowie befreundete Musiker. Einer davon ist Zander Schloss, der in „Repo Man“ und „Straight to Hell“ wahrscheinlich die beiden undankbarsten Rollen hatte, die man sich vorstellen kann: er spielte nicht nur den Nerd, den niemand mochte, sondern den Nerd, der es verdient hatte, von niemandem gemocht zu werden. Zum Glück erkannte Cox aber auch sein wahres Talent, und ließ Schloss an vielen Soundtracks seiner Filme mitarbeiten. Schloss ist ein umtriebiger Musiker, der Bass bei den Circle Jerks und den Weirdos spielte, aber auch schon mit Joe Strummer und Stan Ridgway kollaborierte. Er lässt sich musikalisch nicht in Schubladen pressen, und entwickelt sich ständig weiter. Seine neue Band mit Sean Wheeler ist ein gutes Beispiel dafür.

Sean Wheeler spielte bei der Punkband Throw Rag, und ist jetzt bei SunTrash, einer Art Desert Rock-Formation, die die Queens of the Stone Age alt und müde aussehen lässt. Zusammen mit Zander macht Sean jedoch entspannten Folk-Pop.

Ich hatte am 17.06 die Gelegenheit kurz vor dem Gig ein Interview mit den Beiden zu führen, über die neue Band, die Fußballweltmeisterschaft, Method-Acting, und meine Banjo-Obsession.


Interview mit Sean Wheeler


Wie habt du und Zander euch das erste Mal getroffen?

SW: Zander und ich waren gemeinsam auf Tour, er mit den Circle Jerks und ich mit meiner Band Throw Rag. Das war in Kalifornien, vor acht Jahren oder so.

Spielst du noch mit Throw Rag?

SW: Manchmal. Wir spielten kürzlich erst. Aber wir sind nicht mehr viel zusammen.

Hast du noch mehr Bands?

SW: Ich bin in der Band Sun Trash, eine große verrückte Band. Mit Nick Oliveri; einem Typen namens Simon Stokes, den musst du dir anhören; Sexual Chocolate [Damien Edwards] von den Crystal Antlers, und noch ein paar anderen.

Was macht denn Nick Oliveri so?

SW: Ihm geht’s gut, er ist grad auf Tour in England. Viel auf Festivals unterwegs.

Eine Frage über das neue Projekt von Zander Schloss und dir. Ihr kommt beide vom Punk Rock, und jetzt macht ihr was ganz anderes. Was ist der Unterschied, wenn man nur noch zu zweit ist?

SW: Viele Unterschiede! Die Anzahl der Leute. Das Reisen. Was einfacher ist. Man würde auch denken, es ist einfacher mit nur zwei Leuten als mit einer ganzen Band zu spielen, aber andersrum ist es einfacher.

Wirklich?

SW: Ich denk schon, weil man mehr Kontrolle über den Sound hat. Die Akustikgitarre ist manchmal unberechenbar, weißt du?

Wie läuft das Songwriting ab? Schreibt ihr die Songs gemeinsam?

SW: Das ist ganz verschieden. Manchmal fällt mir eine Melodie ein, die ich einfach nur singe, und er beginnt zu spielen. Manchmal spielt er einfach, und ich beginne was darauf zu singen. Ich nehm’s mit dem Smartphone auf, schreib den Song. Manchmal hat er eine Songidee, die er mir schickt, und ich schreib die Lyrics dazu. Also, ganz verschieden.
So läuft es oft ab: Es ist spät in der Nacht, wir sitzen rum, er spielt Gitarre. „Was ist das?“ „Keine Ahnung, irgendwas.“ „Oh, das ist echt cool!“ Von daher…
Jetzt tourt ihr durch Europa.

SW: Meist durch Deutschland.

Das ist eure zweite Europatour oder?

SW: Genau. Wir waren hier dreimal, aber letztes Jahr nur für eine Show. Beim Shock Festival. Vor drei Jahren war es ähnlich, wir waren nur in Deutschland, im Baskenland, und in Tschechien. Ich denke, das war’s. Dieses Jahr Deutschland, Belgien, Holland, Luxemburg, und eine Show in Frankreich.

Jetzt tourt ihr während der Fußballweltmeisterschaft.

SW: Ja, in der letzten Woche der Tour müssen wir immer zwischen den Matches spielen. Die Leute wollen dich nicht haben, wenn sie sich die Spiele ansehen. Eigentlich sollten wir von Ende Mai bis Ende Juni touren, deswegen haben wir umdisponiert, und spielen nur während einer einzigen Weltmeisterschaftswoche.
Gestern waren wir in Brüssel, da hat Deutschland gespielt. heute sind wir in Deutschland, und Belgien spielt. Das heutige Spiel ist ein wichtiges, glaube ich. Brasilien – Mexiko.

Gestern habt ihr also auch gespielt?

SW: Ja, nach dem Spiel. Deutschland hatte schon gewonnen, 4:0. Ich verwirre dich. Zu viel Fußball?

Ist schon in Ordnung.

[Ich stockte nur, weil mir die Fragen für Sean leider ausgegangen sind]

SW: Mehr Fragen für Zander?

Ja…

SW: Das ist in Ordnung! Er steht schon bereit!

Vielen Dank!

Interview mit Zander Schloss

Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

ZS: Gerne!

Noch vor einer Woche wusste ich nicht einmal, dass ihr Beide eine Band zusammen habt. Ich sah euch auf einem Poster auf dem Campus! Ich meine, ich kenne dich aus Filmen und ich weiß, dass du Musiker bist, aber ich wusste nichts von der Combo mit Sean Wheeler.

ZS: O ja, wir haben eine Band zusammen!

Es ist tolle Musik. Ich hab mir bereits einiges auf Youtube angehört. Sehr ungewöhnlich, ihr beide kommt ja aus der Punkrock-Ecke.

ZS: So sagt man…

So sagt man. Und jetzt macht ihr diese Folk-, Bluegrass-mäßige Geschichte. Und es klingt super.

ZS: Na ja, ich finde nicht, dass ich vom Punkrock komme. Aber das glauben viele Leute, weil ich mit all diesen Bands gespielt habe [u.a. The Circle Jerks, The Weirdos].

Wo kommst du dann her?

ZS: Mein Hintergrund ist der eines Musikers, der ganz verschiedene Arten von Musik spielt. Ich wurde in St. Louis, Missouri geboren, mitten in der Vereinigten Staaten von Amerika, wo es viel Folk gibt, Blues, Bluesgrass und Country.

Du hast dir also Doc Watson, Earl Scruggs, und so Leute angehört?

ZS: Genau. Da komm ich her! Dann ging ich nach Los Angeles, und da passierte es, dass ich mit all diesen Punkrockbands auftrat. Aber davor hab ich Jazz studiert, also bin ich einfach jemand, der Musik liebt. Ich kann mich jetzt nicht in eine Schublade einordnen, auf der steht: „Da komm ich her, und da bleib ich auch.“ Man hat ein ganzes Leben, um Musik zu entdecken, also warum nicht einfach neugierig bleiben, und all diese verschiedenen Arten von Musik zu erkunden, die es so gibt?

Wie viele Instrumente spielst du?

ZS: Ich weiß gar nicht. Einige, glaube ich…

Was macht dir Spaß zu spielen?

ZS: Ich mag Saiteninstrumente. Ich spiele einige seltsame ethnische Instrumente, und ich spiele sie gern in ihrer traditionellen Stimmung. Hauptsächlich bin ich Gitarrist. Aber ich hab professionell Bass gespielt, und ich spiele einige, wie man so sagt, ethnische Instrumente.

Spielst du auch Banjo?

ZS: Weißt du, ich bin nicht so ein Traditionalist. Ich spiele eine Menge lateinamerikanischer Instrumente, aus Südamerika, Kuba… auch Instrumente aus dem Nahen Osten. Ich spiele griechische Bouzouki mit Sean…

Was ist eine Bouzouki?

Na ja, es gibt zwei verschiedene Arten von Bouzouki, es gibt eine keltische, die ihren Einsatz oft in irischer Musik findet, und dann gibt’s die griechische Bouzouki. Die wird häufig von Griechen in griechischen Restaurants gespielt. Und die spiel ich auch! (lacht)


Hast du sie dabei?

ZS: Ja, die hab ich mit. Ich werde heute auf ihr spielen.

Toll! Hast du was gegen einige Filmfragen?

ZS: Nur zu!

Wie hast du Alex Cox kennengelernt?

ZS: Nachdem ich mein Jazzausbildung in San Diego abgeschlossen habe, bin ich nach Los Angeles gezogen, und habe dort Musik studiert. Ich wollte Filmkomponist werden, also bin ich zur UCLA Film-Uni und habe dort Flyer verteilt, die besagten, dass ich kostenlos Filmmusik komponiere: „Wenn du Filmstudent bist, mach ich den Soundtrack für deinen Film“. Das hab ich auch gemacht, und so traf ich Alex.

Warum wolltest du in „Repo Man“ dabei sein? Wolltest du Schauspieler werden?

ZS: Das hat sich aus meiner Bekanntschaft mit Alex ergeben. Alex hielt mich wohl für einen Charakter, also besetzte er mich. Ich hatte davor keine Schauspielerfahrung. Ich wollte auch nie Schauspieler werden. Wie gesagt, Alex dachte, ich würde zu der Rolle passen. Und seitdem besetzte er mich öfters in seinen Filmen, und gab mir auch die Gelegenheit, an der Musik zu seinen Filmen mitzuarbeiten.

In seinem Buch „X Films“ schreibt Cox, dass du beim „Repo Man“-Dreh „hart gearbeitet, wenig verdient“, und dich „eine Menge beschwert“ hast! Kannst du was dazu erzählen?

ZS: Weißt du, ich hab das auch gelesen, und ich dachte, das ist nicht unbedingt korrekt. Na ja, Alex ist ein Querdenker (lacht). Er ist ein radikaler Guerilla-Filmemacher, und er ist einer meiner besten Freunde auf der Welt. Ich liebe ihn, ich verstehe ihn, er versteht mich. Fakt ist, ich war noch sehr jung, als er mich besetzte. Ich war vielleicht 20, 21. Und ja, ich hab mich beschwert, weil ich auch als Produktionsassistent bei diesem Film gearbeitet hab, und das war ein echt schmutziger Job. Man muss Zigarettenkippen aufsammeln, und so was, und ich war noch jung. Ich hab mich eh ständig beschwert, ich hatte nicht genug Sex, also hab ich mich auch über Mädels beschwert. Das ist eben die Natur des Jungseins (lacht).

Bei „Straight to Hell“ musstest du diese Nerd-Rolle wiederholen.

ZS: Die Rolle eines obdachlosen Hot Dog-Verkäufers namens Karl.

Der Wiener-Man!

ZS: Genau, der Wiener-Man.

Warst du ein wenig sauer, dass du das wieder machen musstest oder warst du eher froh über die Gelegenheit, all diese Leute und Musiker zu treffen? [Bei „Straight to Hell“ machen so illustre Persönlichkeiten wie Dennis Hopper, Grace Jones, Jim Jarmusch, und Musiker wie Elvis Costello, Joe Strummer, und Shane MacGowan mit]

ZS: Ich nehme meine Rollen sehr ernst, also hab ich recherchiert, und dachte mir diesen Charakter aus, der angemessen erbärmlich für den Film war, und ich habe ihn gelebt! Wie ein Method Actor! (lacht) Also hatte Karls Pathos auch viel mit mir zu tun. Wie ich mich dabei gefühlt habe? Es ist nicht einfach den Dorftrottel zu spielen, der ständig rumgeschubst wird, da fängt man schon mal an, die Dinge zu persönlich zu nehmen. Deshalb hat Alex aus mir den Revolverhelden gemacht, der am Ende umgebracht wird. Er ließ mich entscheiden, ob ich den Film als Karl, der Wiener-Man verlasse oder als Revolverheld erschossen werde. Ich entschied mich für den Revolverhelden. So kam diese Szene zustande.

Eine tolle Szene!

ZS: Ja!

Du hast all diese Musiker beim „Straight to Hell“-Dreh getroffen. Wie war, zum Beispiel, Elvis Costello?

ZS: Toll! Ich brachte meine Gitarre mit aufs Set, und ich spielte zusammen mit Elvis Costello, Shane MacGowan, und natürlich auch mit Joe Strummer. Ich hatte Joe bereits bei der Arbeit an dem Soundtrack zu „Sid and Nancy“ getroffen. Wir komponierten beide, unabhängig voneinander, Musik für den Film. Zusammen schrieben wir Karls DiscoWiener Song. Den haben wir zusammen mit einem Typen namens Miguel Sandoval geschrieben.

Dem Schauspieler?

ZS: Ja. Danach machten wir dann „Walker“, und bei dem Film fragte mich Joe, ob ich an dem Soundtrack mitarbeiten wolle.

Was genau hast du beim Soundtrack gemacht?

ZS: Ich habe alle Tracks orchestriert, die mit Saiteninstrumenten zu tun hatten. Ich spielte Guitarrón, Vihuela, ich spielte klassische Gitarre, Westerngitarre, Slide-Gitarre, Charango, und einiges mehr.

War Joe auch für Arrangements zuständig oder war er nur der Komponist?
ZS: Er war der Komponist. Dick Bright war für die Streicher und Hörner verantwortlich, und wir hatten auch Experten dabei wie Michael Spiro, der Percussion machte. Und ich spielte alle Saiteninstrumente, alle lateinamerikanischen Instrumente, und ich arrangierte all diese Tracks, an denen ich maßgeblich beteiligt war. In den Tracks, die Dick orchestrierte, spielte ich einfach nur mit dem Orchester, war also auch Solist bei einigen Stücken.

Wie war es mit Joe Strummer zu arbeiten?

ZS: Großartig. Ein wundervoller Mensch. Ein toller Unterhalter. Interessiert an Kultur, Geschichte, Musik, und sehr offen. War toll mit ihm zu arbeiten. Er war großzügig, ein guter Freund. Er hat mich quasi in seine Familie aufgenommen. Ich hab mit einigen Sängern gearbeitet, und er war wahrscheinlich einer der angenehmsten! (lacht)

Ich verstehe. Ich bin übrigens ein großer Fan des Films „Highway Patrolman“, und ich mag die Musik.

ZS: Danke!

Ich würde gern wissen, ob der Soundtrack mal auf CD rauskommt?

ZS: Witzig, dass du es ansprichst, denn die Master von dem Soundtrack, den ich zu dem Film aufgenommen habe, sind irgendwie verschollen, und Alex [Cox] macht mich dafür verantwortlich. Ich denke aber, die Verantwortung lastete eher auf dem Techniker, der mich aufgenommen hat. Ich denke, es war seine Schuld. Aber ich hab kürzlich eine Audiokassette gefunden, auf der einige Aufnahmen drauf sind, vielleicht kann ich die mal auf meinen Computer uploaden, mehr schlecht als recht abmischen und auf CD pressen.

Die Musik war großartig. Sie passte hervorragend zu den Bildern des Films.

ZS: Vielen Dank. Ich bin sehr stolz auf die Musik, die ich für den Film komponiert habe.

Ich glaub, du hast auch mal mit Stan Ridgway gearbeitet…

ZS: Ich hab mit Stan an dem Soundtrack zu dem Film „Floundering“ gearbeitet.

Wie war er so?

ZS: Stan ist ein großartiger Mensch. Er ist ein toller, intelligenter Mann mit einem fabelhaften Sinn für Humor. Wir sind uns wirklich auf Augenhöhe begegnet. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll. Seine Musik ist so einzigartig, und er ist schon ein Typ…

Ich bin großer Fan. Ich mag vor allem seine Lyrics.

ZS: Und seine Palette ist so breit wie meine, er steht zum Beispiel auch auf Italienische Westernmusik, und so was. Wir haben ähnliche Vorstellungen, was Musik betrifft. Und ich hab mit ihm Banjo gespielt! (lacht) Ich spiele auch Banjo, wenn ich muss!

Ich möchte ja selbst Banjo lernen. Ich hab mir kürzlich den Soundtrack zu „Deliverance“ besorgt, von Eric Weissberg und Marshall Brickman. Es ist an sich kein echter Soundtrack, sondern ein Album, das auf deren Album „New Dimensions in Banjo and Bluegrass“ basiert. Es ist wunderschön. Aber ich hab ein wenig Angst vorm Banjo, weil es unendlich schwer sein muss, es zu lernen.

ZS: Du musst deine Angst loswerden, du musst Mut zeigen. Du musst dich auf deine Angst stürzen, das Banjo nehmen und sagen… Hey, sieh es mal so: Wenn ein Baby das erste Mal versucht zu gehen, fällt es hin. Und es mag für einige Jahre vor sich hin krabbeln. Aber irgendwann stehst du auf, du gehst, du fällst hin, und dann stehst du wieder auf. Und irgendwann gehst du so selbstverständlich wie du atmest. Man braucht diese Art Entschlossenheit, um Banjo zu spielen. Du musst deine Ängste absolut loswerden, das ist das allererste, was du tun musst! Sag dir: „Ich bin ein Banjo-Spieler!“ (lacht)

Das ist sehr motivierend! Apropos Angst, leidest du manchmal an Lampenfieber?

ZS: Jedes Mal vor einem Auftritt. Und weißt du wieso? Weil es mir nicht egal ist! Wenn es mir egal wäre, was ich da tue, hätte ich auch keine Angst. Deswegen sehe ich das eher als Geschenk. Das Geschenk der heilsamen Angst! (lacht)

Das ist übrigens ein tolles Ende für ein Interview. Vielen Dank!

ZS: Sehr gern!

Danke an Sean und Zander, sowie an Cornelius fürs Organisieren. Siehe auch: 
http://keepitasecret.de/




ENGLISH VERSIONS

ZZ Top? Nein, nur Klaus...
Interview with SEAN WHEELER

How did you and Zander meet?

SW: Zander and I were on a tour, The Circe Jerks and my band Throw Rag, so we met on that tour, in California, maybe eight years ago or something.

Do you still play together with Throw Rag?

SW: Sometimes. We played recently. Not much.

Do you have more bands?

SW: I have a band called Sun Trash. Big crazy band. Eight people. With Nick Oliveri. A guy called Simon Stokes, you should look him up. Sexual Chocolate [Damien Edwards] from the Crystal Antlers. And a bunch of other guys.

Nick Oliveri, how’s he doing?

SW: He’s doing good, he’s on tour right now in England, I think. Playing festivals.

A Question about this new project you do together. It’s interesting, because you both come from punk rock, and now you do this totally other thing. What’s different about being just the two of you, just playing simple songs?

SW: There’s a lot of differences. The amount of people. Travel. It’s easier. You’d think it’d be easier to play with two people than a whole band, but it’s probably easier to play with the band.

Really?

SW: I think so, because you have more control of the sound. The acoustic guitar sometimes is temperamental, you know?

How’s the songwriting process? Do you write the songs together?

SW: It’s all different ways. Sometimes I have a melody, I just sing it, he starts playing. Other times, he’s just playing music, and I hear him, I start singing a melody. I’d tape it on the phone, write the song. Other times, he might have a song, he’d sent it to me, I put the words on it. So, really all ways.
That’s usually how it happens: It’s late at night, sitting on the bed, he’s playing the guitar. ‘What’s that?’ ‘I don’t know, it’s just something I’m doing.’ ‘Oh, it’s cool!’ So…

Now, you’re touring through Europe.

SW: Mostly Germany.

That’s your second European tour, right?

SW: Yes, the second. We’ve been here three times, but last year just one show. At the Shock Festival I think it was called. The same thing last time. We only did, three years ago, Germany, Basque Country, Czech Republic. That was it really, I think. This year, mostly Germany, Belgium, Holland, Luxembourg, one show in France.

Now, you’re touring during the world championship.

SW: Yeah, the last week of the tour we have to bounce around, to play before or between matches. People don’t want to have you, ‘cause people want to watch the matches. Originally, we were gonna tour from end of May to late June. So we switched to only one week of World Cup. We were in Brussels last night, Germany was playing. We’re in Germany tonight, Belgium played. Tonight’s match is a big one, I think. Brazil – Mexico.

You did play yesterday?

SW: Yes, after the game. Germany had already won, 4:0, so… I got you confused. Too much football!

That’s alright with me! …


[I wasn’t confused, but unfortunately I ran out of questions for Sean]


SW: More Zander questions?

Yeah…

SW: That’s okay. He’s ready! He’ll give you a bunch of stuff!

Thank you very much!


Interview with Zander Schloss

Thank you for taking the time.

ZS: Oh, you’re welcome!

You know, a week ago, I didn’t even know, that you two had a band together. I saw a poster of the band on campus! I know you from movies, and I know you’re a musician, but I didn’t know you had this band with Sean Wheeler.

ZS: Yes, I do!

I think, it’s great. I listened to some stuff on youtube. It’s so unusual, because you two come from punk rock.

ZS: So they say.

So they say. And now you make this folky, bluegrass kind of stuff. It sounds beautiful.

ZS: Well, I don’t necessarily think that I come from punk rock. A lot of people have that impression though, because of the groups that I played with.

Where do you come from?

ZS: I come from a background of being a musician who plays a lot of different types of music. I was born in St. Louis, Missouri, in the middle of the United States of America, where there’s lots of folk music, and blues and bluegrass and country music…

So you listened to Doc Watson, Earl Scruggs, stuff like that?

ZS: Yeah. So I come from that. That’s where I come from. When I went to Los Angeles, I happened to get involved in playing with some punk rock bands. But before that I was studying jazz, so you know, I’m a lover of music. I don’t put myself into a category that says: ‘This is where I come from, and this is where I stay.’ You have a whole life to explore music, and why not remain curious and continue to explore different types of music?

How many instruments do you play?

ZS: I don’t know. I think I’d play a lot…

What do you like playing?

ZS: I like playing string instruments. I play a lot of strange ethnic instruments, and I like to keep them in the traditional tunings. Mainly, I would say that I’m a guitar player. But I played bass professionally, and I play a lot of, like they say, ethnic instruments.

Do you play the banjo?

ZS: You know, I don’t really go down the traditional road so much. I actually like latin instruments, from South America, Cuba… and also instruments from the Middle East. I play greek Bouzouki with Sean…

What is that?

ZS: Well, there’s two different versions of the Bouzouki, there’s a celtic Bouzouki that you often find in Irish music, and there’s a greek Bouzouki, that’s often times seen being played by greek people in restaurants. That’s the one that I play! (laughs)

Do you have it with you?

ZS: Yes, I do. I play it tonight.

Great! Can I ask you some movie questions?

ZS: Go ahead!

How did you get to know Alex Cox?

ZS: After I finished my jazz training in San Diego, I moved to Los Angeles and went to a music school there. I was an aspiring film composer, and so I went to UCLA film school and I would put up flyers saying that I’ll do music for your movie for free. If you’re a student, I’ll do your music. And so I met Alex there at UCLA, and I was doing music for student films there.

Why did you want to act in “Repo Man”? Did you want to become an actor?

ZS: That was a byproduct of meeting Alex. Alex thought that I was a character so he cast me in his film. I had no previous experience acting. I never aspired to be an actor. It was, like I say, a byproduct of meeting Alex, and Alex thought that I would fit well with this role. And then from there he continued to cast me in his films, and also allowed me to do music for his films.

In his book “X Films”, Cox wrote that on the “Repo Man”-Shoot you “worked hard, earned little, and complained constantly”. Can you comment on that?

ZS: You know, I read that as well and I thought, that’s not necessarily accurate. Well, Alex is a Contrarian (laughs). He’s a radical guerilla filmmaker, and he is one of my dearest, dearest friends in the world. I love him, I understand him, he understands me. The fact of the matter is, I was just a kid, when he cast me. I was only, maybe twenty, twenty-one years old. And yes, I did complain, because I was working as a production assistant on the film, and it’s a dirty, dirty job. You know, you have to pick up cigarette butts off the ground, and stuff like that, and I was just a kid. I was a complaining kid anyway, I wasn’t getting laid enough, you know, so I was like complaining about girls or whatever. That’s just the nature of being young (laughs).

On “Straight to Hell”, you had to play this role again, this nerd-guy, you know…

ZS: A homeless hot dog vendor named Karl.

The Wiener man!

ZS: The Wiener man, yes.

Were you little bit pissed off that you had to do this over again or were you glad to be around all these people and musicians in the film?

ZS: I take my acting roles very seriously, so I did my research, and I came up with a character that was fittingly pathetic for the film, and I lived it! Like a method actor (laughs)! So, the pathos in Karl were things that were deep inside me. How did I feel about it? It’s not that easy to play the village outcast or the person who gets kicked around, so you’ll start to take things a little bit personally, and that’s when Alex turned me into the gunfighter and allowed me to get killed. He gave me the choice that I could finish the film as Karl the Wiener man or I could transform into this gunfighter and be shot on the spot. And so I chose to be the gunfighter, and that’s where that scene came from.

It’s a great scene!

ZS: Yeah!

You met all those musicians on the “Straight to Hell”-Shoot. How was Elvis Costello to be around with?

ZS: Great! I would bring my guitar to the set and play with Elvis Costello, and I would play with Shane MacGowan, and I eventually, of course, ended up playing with Joe Strummer. I had met Joe working on the score for “Sid and Nancy” previously. We were doing music separately for the film. And then we came together to write Karl’s Disco Wiener song. That was a collaboration between myself, and Joe Strummer and a guy named Miguel Sandoval.

The actor?

ZS: Yes. And then after that we did a film called “Walker”, and that’s when Joe asked me to collaborate with him on the film score for that.

What did you do on the score?

ZS: I was the orchestrator of everything stringed. I played Guitarrón, Vihuela, I played classical guitar, I played steel string guitar, slide guitar, Charango, many, many instruments.

Did Joe arrange music as well or was he just the composer?

ZS: He was the composer. Dick Bright was the guy who did all the strings and horns, and we had some experts, as Michael Spiro, who played percussions. And I was hired to play all the stringed instruments, all the latin instruments, and arrange those songs that I was a part of. In some tracks that Dick had orchestrated I was just playing with the orchestra, so I was like a lead player on some of those tracks.

How was Joe Strummer to be working with?

ZS: Wonderful. A wonderful man. A great conversationalist. Very curious about culture, and history, and music, and very open-minded. Wonderful to work with. Generous. A dear, dear friend. He basically took me into his family. I’ve worked with a lot of singers before, he was probably one of the most pleasant to work with (laughs).

I see. I like the movie “Highway Patrolman” very much, and I like the music.

ZS: Thank you!

I’d like to know if there’s a chance that you issue the soundtrack of that film? I’d just love to have it on CD.

ZS: Well, funny you should say that, because the masters of the score that I did for “Highway Patrolman” were lost somewhere, and Alex blamed me for this. Somehow the masters got lost, I don’t see that it’s my responsibility as much as the technician who was working on the film, you know, who was recording me. I think it may be his fault, so I’d like to pass the blame over to him. But I recently did discover a cassette tape with a lot of mixes on it, so maybe we can create some way to upload the cassette tape on to a computer, and have very shitty mixes of the music and put it on CD.

Cause the music was great. It really fit the images.

ZS: Thank you very much! I take a lot of pride in the music that I did for that film.

I think you worked once with Stan Ridgway…

ZS: I did work with Stan Ridgway on a film called “Floundering”. Stan and I collaborated on music for that film.

How was he?

ZS: Stan is a beautiful man. Stan is a wonderful, intelligent man with great sense of humour. We really saw eye to eye. I don’t know what to say. His music is so unique, he’s such an individual.

I’m a big fan. I especially like his lyrics.

ZS: Yeah, and his pallet is very much in keeping with the things that I enjoy too, the Italian westerns, stuff like that. His musical landscape is really compatible with my musical landscape as well. And I played banjo with him! (laughs) I will play banjo if I have to!

I myself want to play the banjo. I bought the “Deliverance” soundtrack by Eric Weissberg and Marshall Brickman, which isn’t really a soundtrack, it’s based on the album “New Dimensions in Banjo and Bluegrass”. It’s beautiful. But I’m afraid to play the banjo because it’s very hard, I imagine.

ZS: You must do away with your fear and be courageous. You must lean into your fear, pick up that banjo and say… Hey, tell yourself this: when a baby first tries to walk, it falls down. He might crawl for a couple of years. But eventually: get up, and you walk, and then you fall down, and then you get up again. And then eventually you’re walking as if you’re breathing air. It takes that sort of determination to play the banjo. You absolutely have to get rid of your fear! That’s the first thing that you need to do. Tell yourself: I am a banjo player! (laughs)

That’s good! Speaking of fear, do you have stage fright sometimes?

ZS: Every time I play a show. And you know what I figured out? It’s because I care! If I didn’t care about what I was doing, I wouldn’t be frightened. So, to me, it becomes a gift. The gift of healthy fear! (laughs)

That’s actually a great ending for an interview! Thank you very much!

ZS: You’re very welcome!