Willkommen daheim!

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Dienstag, 30. September 2014

Quando Alice ruppe lo specchio

Schulden bei Al Cliver sind Ehrenschulden!

Mein neuer Text für Eskalierende Träume beschäftigt sich mit Lucio Fulcis "Quando Alice ruppe lo specchio", in Deutschland bekannt unter dem Titel "When Alice broke the Mirror". Für mich der Film, der das Spätwerk des großen italienischen Regisseurs einleitet, und für viele auch seinen Niedergang. Die italienischen Genrefilme der 80er, vor allem die Horrorfilme, litten u.a. unter ihrem Kleinstbudget und ihrer miesen Synchronisation. Man hielt sie für Trash. Auch ich bin als Jugendlicher auf die sogenannten Trashfilme von Fulci und anderen gestoßen. Ich wollte wissen, was an dem Vorwurf dran war, und wie schlecht diese Filme nun wirklich waren. Die ersten Sichtungen stellten auch einen echten Kulturschock dar, was normal ist, wenn man bis dato nur Hollywoodfilme gewöhnt war und den verbreiteten Denkfehler machte, die Hollywood-Art des Filmemachens für den Standard zu halten. Doch irgendwann sieht man den Film hinter der konstruierten Erwartungshaltung. Auch der Begriff des Trash löst sich irgendwann auf. Einen Film als Trash zu bezeichnen bedeutet oft nur, nicht anzuerkennen, wie unterschiedlich Filme wirklich sind. 
Was nicht bedeutet, dass das Spätwerk von Lucio Fulci keine Herausforderung ist. Trotzdem befinden sich einige Schätze darunter.
Interessierte Einsteiger sollten jedoch definitiv mit Filmen wie "Non si sevizia un paperino", "Una lucertola con la pelle di donna", "Sette note in nero" oder "I quattro dell'apocalisse" anfangen.



Mittwoch, 24. September 2014

The Strange Case of the End of Civilization as We Know It (1977)


Ich war stets ein Fan von Sherlock Holmes-Verfilmungen, vor allem von den alten. Gerade die Filme mit Basil Rathbone gehören für mich zu den schönsten Conan Doyle-Verfilmungen. Interessant finde ich vor allem, wie die Filmemacher mit der Figur des Dr. Watson umgehen. Oft wird der arme Doktor in eine Witzfigur verwandelt, in einen ungeschickten, leicht dümmlichen Sidekick, was er im Grunde nicht verdient hat. Denn ohne ihn gäbe es keine Geschichten um Sherlock Holmes, ist er doch der treue Chronist des größten Detektivs aller Zeiten.

Diese Verfilmung mit John Cleese wartet, für mich jedenfalls, mit der absurdesten, durchgeknalltesten Watson-Figur auf, die die Welt je gesehen hat. Was der unglaubliche Arthur Lowe hier abliefert, ist mit Worten kaum zu beschreiben. 
Lowe ist in Großbritannien vor allem durch seine Darstellung von Kleinbürgern und Spießern bekannt. Doch ab und zu ist er aus diesem engen Rollenkorsett ausgebrochen und hat verrückt gespielt, wie man hier sehr gut sehen kann. Sein Watson ist respektlos, genial, und absolut daneben. Mir bleibt nur zu sagen: "Good Lord!"

Wer nach diesem Film ein Arthur Lowe-Anhänger geworden ist, muss sich übrigens auch "The Rise and Rise of Michael Rimmer" anschauen, eine brillante Satire mit Peter Cook und Denholm Elliott.


Montag, 15. September 2014

Wachtmeister Rahn

Backcover der VHS von "Wachtmeister Rahn"

Für Eskalierende Träume habe ich einen Text für die Reihe "100 Deutsche Lieblingsfilme" beigesteuert. Mein "Lieblingsfilm" ist Ulli Lommels unfassbarer "Wachtmeister Rahn". Ulli Lommel hat ja, vor allem im Internet, keinen guten Ruf, obwohl er einer der interessantesten deutschen Filmemacher ist, die auch im Ausland tätig sind. Leider sind seine guten Filme nicht einfach zu bekommen. Was die digital produzierten Horrorfilme angeht, die er in den letzten 10 Jahren rausgehauen hat: die kriegt man nachgeschmissen. Aber nach interessanten amerikanischen Filmen wie "Brainwaves" (auf den ersten Blick ein Ripoff von "Eyes of Laura Mars", eigentlich aber eine Hitchcock-Hommage) oder seinen deutschen Werken muss man suchen. Nicht einmal von seinem Klassiker "Die Zärtlichkeit der Wölfe" gibt es eine deutsche DVD. Auch "Der zweite Frühling" und "Wachtmeister Rahn" hätten es verdient, wiederentdeckt zu werden. Diese Filme sprechen eine eigene Sprache. Sie erzählen von einem deutschen Kino, das heute weitgehend vergessen ist. Zu Unrecht.