Willkommen daheim!

Willkommen daheim!

Sonntag, 12. April 2015

Pandämonium - Teil 2

Die Versuchung des heiligen Antonius - Martin Schongauer (1450-1491)

Auf dem Weg beobachtete ich einige traurige Szenen. Christoph Krösus saß allein auf einem Sofa und klopfte gegen ein Aquarium. Ein paar Meter weiter saß der Rapist, ein mittelalter Lateinnachhilfelehrer, der versuchte sich an ein junges Mädel ranzumachen, das ganz unschuldig in der Ecke saß. Sie wirkte etwas verloren. Diese Party war ein Fehler, las ich in ihrem Gesicht.
Der Rapist saß neben ihr und berührte ständig ihren Oberschenkel. Er redete ununterbrochen: „Ich würde dich gern mal auf einen chilenischen Gitarrenabend einladen. Mein Freund Jorge und ich organisieren den alle paar Wochen in einer netten kleinen Wohnung, bei meinem guten Bekannten Axel. Axel ist Fotograf. Ziemlich guter sogar. Also nicht hauptberuflich, er arbeitet bei der Bahn. Aber er ist ein echter Profi. Fotografiert so ziemlich alles. Natur. Stadtimpressionen. Menschen. Weißt du, du bist echt fotogen. Hast du mal gemodelt? Ich frag nur. Du hast echt ‘ne gewisse Ausstrahlung. Ich hab nur grad dran gedacht, weil ich vom Axel erzählt hab. Ich glaube, du würdest Axel echt gefallen. Also, als Model. Ganz anständig natürlich. Oder wie du’s eben haben willst. Man kann ja auch wirklich anspruchsvolle erotische Fotos machen, vor allem wenn der Fotograf weiß, was er tut. Dann ist das nämlich Kunst. Weißt du, was der Unterschied ist zwischen Kunst und Pornographie? Es ist die Attitüde. Es ist ein schmaler Grat, ich weiß. Das sehen die meisten Menschen nicht. Die sehen ‘ne blanke Brust und sagen, das ist pervers. Was wissen die schon? Aber hey, denk mal über den Gitarrenabend nach, das ist ‘ne echte Multi-Kulti-Angelegenheit, echt gut, um seinen Horizont zu erweitern. Wir Deutschen können ja so verkrampft sein. Weißt du ja. Oder… bist du von hier? Du hast nämlich so einen osteuropäischen Touch. Kommst du aus Rumänien?“
Ich hatte das plötzliche Bedürfnis, das Mädel zu retten. Aber ich hatte eine Mission. Ich musste Marissa finden. Sie wollte zwar lieber Mark als mich, aber bei so einer Party konnte man nicht allzu wählerisch sein. Das wusste sie. Das wusste ich.
Leider stellte sich mir wieder jemand entgegen. Es war die Psychologin Lisa, die sich mal von meinem Balkon stürzen wollte.
„Hey.“ Sie lächelte. Als würde sie sich freuen, mich zu sehen. Na ja, bei dem Personal, was hier aufgefahren wurde, wäre jeder froh, mich zu sehen. Der DJ spielte „Hit me Baby one more time“. Der Soundtrack meines Lebens.
„Lisa. So eine Überraschung.“
„Überraschung? Du gehst mir schon den ganzen Abend aus dem Weg. Du bist gemein.“
Sie redete wie ein kleines Mädchen und spielte mit ihren Haaren. Auch sie war also verzweifelt.
„Ach, Quatsch, ich geh dir doch nicht aus dem Weg.“
„Warum spüre ich dann diese Wand zwischen uns?“
„Ich weiß nicht. Du hast versucht, dich von meinem Balkon zu stürzen. Oder auch nicht.“
„Reden wir doch nicht von gestern.“
Diese ganze Party erinnerte mich an Gestern. Das Gestern meines Lebens war ganz anders als das, was heute unter dem Begriff „mein Leben“ firmiert. Ich war mal voller Träume und Hoffnungen. Ich dachte, in diesem Alter würde ich einen festen Job haben, eine Karriere, eine Beziehung. Doch nichts war geschehen. Ich war da, wo ich vor fünf Jahren war. Nein, vor sechs, acht, zehn Jahren. Doch es fühlte sich manchmal immer noch wie Gestern an.
„Hey, woran denkst du?“, fragte Lisa.
„An die letzten zehn Jahre.“
„Und?“
„Ich dachte daran, wohin mich diese letzten zehn Jahre geführt haben. Zu dieser Party. Zu dieser schrecklichen Party.“
„Ach, ist doch nett hier. Könnte schlimmer sein.“
„Genau das ist das Problem“, sagte ich.
Wortlos ging ich weiter. Ich überließ Lisa ihrer temporären Wohlgesonnenheit mir gegenüber und machte mich wieder auf die Suche nach ihrer leeren, aber angenehmen Freundin. Marissa war in vielerlei Hinsicht ideal. Bei ihr konnte man abschalten. Sich berieseln lassen von der heißen Luft, die sie verströmte. Sie war wie Fernsehen, nur ungefährlicher. Obwohl – auch sie hätte damals Hitler gewählt.
In meinem Kopf machte ich stets den Hitler-Test mit Freunden und Bekannten. Meist fiel er zugunsten Hitlers aus.
Eine kalte, glitschige Hand berührte mich an der Schulter. Natürlich. Igor.
„Hey, Björn!“
Er lächelte. Er wollte einen Running Gag draus machen. Es war erbärmlich.
„Ich such grad jemanden.“
„Das süße Mädel, he? Wollt ihr zusammen ein bisschen koksen? Nur ihr zwei, ja?“
„Was? Nein. Wie kommst du drauf?“
„Komm schon, Erik, lass mich nicht hängen. Es ist immerhin meine Wohnung.“
„Dir gehört lediglich ein Zimmer. Und offenbar befinden wir uns nicht einmal darin. Also muss ich dich doch hängen lassen. Außerdem hab ich nichts. Ich hab’s dir gesagt.“
Sein Gesicht verdüsterte sich: „Nietzsche sagte schon: ‚Unsre Sehnsucht nach einem Freunde ist unser Verräter.‘“
Er verschwand in der Menge. An diese Party würde ich mich noch lange Zeit erinnern. Als wäre sie erst gestern gewesen.
Endlich fand ich Marissa. Leider machte sie mit irgendeinem Typen rum. Er sah nicht mal gut aus. Er trug einen Militärhaarschnitt und ein altes T-Shirt von der Band Tool. Es war Sebastian. Einer meiner zauberhaften Freunde. Ich hatte diesen Drang meine Sachen zu packen und aus dieser Wohnung zu flüchten. Doch ich blieb stehen. Und schaute zu. Das hätte ich an Sebastians Stelle sein können. Doch sie sahen nicht einmal glücklich aus dabei. Sie küssten sich und sahen dabei aus wie zwei Fische an Land, die wieder zurück ins Wasser wollten.
Ich wurde unruhig. Etwas musste passieren. Etwas, das diesen Abend rechtfertigte, nein, das dieses Leben rechtfertigte. Ich musste zurück zu Lisa. Lisa und ich hatten eine Verbindung. So sinnlos sie auch war.
Ich kämpfte mich durch eine immer größer werdende Gruppe von Menschen. Die Wohnung füllte sich. Die Musik wurde anonymer, beatlastiger. Hübsche Frauen tauchten auf. Die Party begann plötzlich gut zu werden. Doch das befremdete mich noch mehr. Ich verstand nicht, was hier gespielt wurde und machte mich auf die Suche nach Lisa.
Doch ich fand sie nicht. Auch vom Rapist keine Spur mehr. Und wo war eigentlich Igor? War das nicht seine Wohnung?
Ich kämpfte mich durch die Menge und gelangte auf den Balkon. Es war kalt, aber die Aussicht war toll. Entspannte Leute rauchten Joints. Ich rauchte mit.
„Da bist du ja“, sagte sie plötzlich.
„Lisa!“
„Dachte schon, du wärst weg.“
„Dacht‘ ich auch.“
Sie genoss die Aussicht ebenso und lächelte mich an.
„Willst du hier auch runterspringen?“, fragte ich.
Sie boxte mich sanft in die Rippen. Es kitzelte. Ich berührte sie an der Hüfte.
„Ein schöner Abend“, sagte sie und schmiegte sich an mich. Und sie hatte Recht. Verdammt. Es war ein schöner-

„Erik, wach auf!“
Ich öffnete die Augen und sah Harri Schuster und Dennis, die mich musterten, als wäre ich ein Außerirdischer. Mein Kopf tat höllisch weh oder war es irgendwas anderes? Außerdem schien der Raum zu erbeben. Das Ende der Welt. Es musste ja so kommen.
„Igor hat dir ordentlich eine verpasst.“
Ich berührte meine Wange. Sie glühte.
„Was ist denn passiert?“
Und wieder bebte die Erde. Ich hielt mich an Harri fest.
„Ganz ruhig, Erik. Es ist alles okay. Wir sind auf dem Rückweg.“
Jetzt sah ich es auch. Wir saßen im Bus. Im Nachtbus auf dem Weg nachhause. Die Reifen bebten auf den maroden Straßen.
„Keine Ahnung, was mit Igor los war“, sagte Dennis. „Er ist einer der großzügigsten Menschen, die ich kenne.“
„Eben“, meinte Harri. „Du darfst ihm das nicht übel nehmen, Erik. Er hat einfach zu hart gefeiert.“
„Was hat er denn gemacht?“
„Er hat dich niedergeschlagen, nachdem du dein Koks nicht mit ihm teilen wolltest.“
„Ich hab gar kein Koks.“
„Das hab ich ihm versucht klarzumachen“, sagte Harri. „Aber er war schon zu betrunken. Der ganze Frust war einfach zu viel für ihn.“
„Hey, ich bin das Opfer hier“, sagte ich. Dann machte ich mir Gedanken darüber, wie das eben geklungen hatte.
„Du musst Nachsicht haben mit Igor. Er ist echt am Ende. Als er noch gedealt hat, hatte er ein echt gutes Leben. Also, finanziell. Jetzt hangelt er sich von Job zu Job. Dabei hat er mal Maßanzüge getragen.“
„Wann hat er mich denn KO geschlagen?“, fragte ich. „Ich erinnere mich daran, dass die Wohnung immer voller wurde. Ich war auf dem Balkon mit Lisa.“
„Nein, warst du nicht“, sagte Dennis. „Du warst in der Küche. Mit uns. Du wolltest ein Mädel mitbringen, aber du kamst allein.“
„Ich weiß es doch ganz genau. Ich war mit Lisa auf dem Balkon.“
„Bestimmt nicht.“
„Wieso?“
„Die Wohnung hatte gar keinen Balkon.“ Dennis lächelte. „Du hast geträumt.“
„Das kann nicht sein“, sagte ich. „Ich erinnere mich ganz deutlich daran. Als wäre es…“
Ich musste lachen. Mein Kiefer schmerzte. Aber ich konnte nicht aufhören.
„Als wäre es erst gestern gewesen.“


Montag, 6. April 2015

Pandämonium - Teil 1



Eine Erik Wasilewski-Geschichte 

Mir fiel kein besseres Wort für das ein, was hier stattfand. Ich meine, sie waren alle da. Der Rapist. Cheng. Christoph Krösus. Die Kamikaze Katzen. Und viele mehr.
Es war ein Pandämonium. Und meine Freunde und ich waren mittendrin. Aber vielleicht gehörten sie ja dazu. Sebastian. Harri Schuster. Dennis der Dealer. Meine Freunde, Teil dieser Versammlung von exzentrischen und potentiell gefährlichen Gestalten. Angeblich war es eine Auszugsparty, so formulierte es Harri zumindest, als er mich einlud. Wer jetzt wohin zog, wusste ich nicht. Aber es war in jedem Fall Aufbruchsstimmung. Grelles Neonlicht im Flur, Risse in den Wänden, kahle Räume voller besoffener Leute, sowie massiver Männerüberschuss. Laute Technomusik aus den Neunzigern klatschte an die Wände und von den Wänden in unsere Ohren. Besonders ein Song eröffnete mir neue Dimensionen des Schamgefühls: „Dracula ist wieder da“ von Frank Zander.
Harri Schuster zog mich in eines der vielen beklemmenden Zimmer und fing an, mich irgendwelchen zugeknöpften Gestalten vorzustellen.
„Das ist Igor“, sagte Harri, „er wohnt hier.“
„Bist du derjenige, der auszieht?“, fragte ich.
„Nein“, sagte Igor. „Das ist mein Zimmer. Also, wie du siehst…“
Dieses Zimmer war genauso leer wie die anderen. Eine Matratze in der Ecke, ein alter Schreibtisch am Fenster. Und ein paar Leute versperrten die Sicht auf ein kleines Bücherregal. Darin eine Napoleon-Biographie, ein Buch von Macchiavelli und eine alte Ausgabe von „Also sprach Zarathustra“.
„Igor ist einer der großzügigsten Menschen, die ich kenne“, schwärmte Harri.
Ich war mir da nicht so sicher. Igor sah aus, als hätte er lange Zeit in einem russischen Gefängnis gesessen. Seine Gesichtszüge waren verhärtet. Seine Glatze sah massiver aus als Beton.
„Ich hab lange gedealt, aber die Zeiten sind vorbei“, sagte er. Ich nickte nur.
Wir schwiegen eine Weile und tranken. Da merkte ich, dass Marissa, eine der Kamikaze Katzen, mich aus dem Flur heraus anschaute. Sie lächelte. Ich lächelte zurück.
Ich wollte zu ihr rübergehen, da berührte mich Igor an der Schulter. Seine Hand war kalt: „Du weißt, was Nietzsche gesagt hat. Wenn du zu Frauen gehst, vergiss die Peitsche nicht.“
„Ja… Danke.“
Er nickte weise und ließ mich passieren. Ich erreichte Marissa.
„Hey“, sagte sie.
„Hey, wie geht’s?“
„So ein Zufall, dass wir uns hier sehen.“
„Ja. Verrückt. Ich kenne hier fast keinen“, sagte ich. „Ein Freund hat mich mitgeschleppt.“
„O ja. Mir geht’s genauso. Lisa meinte, hier würde was los sein. Na ja.“
„Ja. Total lahm.“
„Na ja, es geht.“
„Hast Recht. Aber die Musik könnte besser sein.“
„Hör mal“, sagte sie, „ich muss immer noch an unser letztes Treffen zurückdenken.“
„Wirklich?“
„Ja. War echt schön. Tolle Wohnung.“
„Danke.“
„Ist dein Freund Mark auch hier?“
Selbst in seiner Abwesenheit hatte Mark mehr Glück bei den Frauen als ich. Definitiv ein Grund, die Freundschaft zu kündigen.
„Mark hatte wohl keine Zeit“, sagte ich.
„Aha.“
„Wieso?“
„Ach nur so. Übrigens… hast du was zu rauchen?“
„‘Ne Zigarette, meinst du?“
„Nein.“ Sie sprach leiser. „Einen Joint oder so.“
„Oder so?“
„Bisschen Koks?“
Ich war in diesem Moment davon überzeugt, dass sie mich ranließe, wenn ich sie nur mit Drogen versorgen würde. Natürlich hatte ich nichts.
„Grad nicht“, sagte ich. „Aber ich hör mich mal um.“
Sie nickte, als würde sie verstehen. Sie hielt mich für einen Dealer.
Ich schlenderte durch die Wohnung auf der Suche nach Dennis. Vielleicht hatte er etwas dabei. Und vielleicht würde ich meinen Kredit bei ihm etwas strapazieren.
Ich betrat das Wohnzimmer und prompt versperrte mir Igor den Weg.
„Hallo, Sven!“, sagte er. Er versuchte charmant zu klingen.
„Erik.“
„Oh, entschuldige. Erik. Sven. Erik. Björn. Ist alles skandinavisch.“
„Ja…“
„Ich hab dich vorhin beobachtet. Mit der Frau. Hast du- hast du was dabei?“
„Wie bitte?“
„Du weißt schon. Pillen. Oder was fürs Bad?“
„Nein, ich hab nichts. Tut mir leid. Ich musste das Mädel auch schon enttäuschen. Was ist mit dir? Ich dachte, du hast mal…“
„Ja, ja“, er würgte mich ab, „aber die Zeiten sind vorbei. Hörst du? Ich bin nur noch Konsument. Gelegentlich. Ich hab’s nicht nötig oder so.“
Seine Augen sagten was anderes.
„Wie gesagt, nein. Tut mir leid.“
„Okay.“
Er schaute mich an, als würde er mir nicht glauben. Er ging zwar, doch sein Gesichtsausdruck gefiel mir nicht. 


Endlich fand ich Dennis. Er und Harri befanden sich in der Küche und unterhielten sich über die Vor- und Nachteile von Tictacs.
„Verstehst du“, meinte Harri, „Ich mag das nicht, wenn’s in der Jackentasche so raschelt.“
„Ja, aber was für eine Alternative hast du denn?“, fragte Dennis. „Du verträgst doch keine Kaugummis.“
„Hey, Leute!“
„Erik!“
Sie waren froh mich zu sehen und boten mir gleich einen Kleinen Feigling an.
„Ihr scheint euch ja prächtig zu amüsieren“, sagte ich.
„Das ist nur Verzweiflung“, meinte Dennis. „Wir standen vor der Wahl. Woanders hingehen oder hier bleiben und bis zur Besinnungslosigkeit trinken.“
„Ich sehe, ihr habt euch entschieden.“
„Nein, haben wir nicht“, protestierte Harri. „Wir wägen noch ab.“
„Hör mal, Dennis. Ich brauch deine professionelle Hilfe.“
„Ich arbeite heute nicht“, sagte er. „Es ist Samstag.“
Dennis war, obwohl er mit allen möglichen Substanzen Geschäfte machte, von der Anlage her extrem konservativ. Er bestand auf sein Wochenende, Urlaub und das, was er feste Arbeitszeiten nannte (kein Stoff nach zehn Uhr). Wenn er seinen Gewinn versteuern könnte, er würde es tun.
„Ich weiß, ich weiß. Aber ich dachte, du hast vielleicht was dabei. Zum Eigengebrauch.“
„Ich hab’n Joint dabei. Für später.“
„Das klingt doch schon mal gut. Hey, hab ich noch Kredit bei dir?“
„Nein.“
„Aber ich will ‘ne Frau beeindrucken.“
„Wenn du glaubst, sie nur mit Drogen beeindrucken zu können, ist sie kein Umgang für dich.“
„Genau“, meinte Harri. „Es geht darum, ob ihr euch auch versteht. Habt ihr gemeinsame Interessen? Könnt ihr gut miteinander reden?“
„Ich will doch nur mit ihr schlafen“, sagte ich. „Heute Nacht am besten.“
„Dafür bist du nicht der Typ“, meinte Harri. „Du wirkst zu harmlos.“
„Darum geht es jetzt nicht. Sie ist bedürftig. Versteht ihr? Ich könnte sie rumkriegen.“
„Vielleicht mit MDMA oder so was“, meinte Dennis, „aber nicht mit Gras.“
„Du verstehst nicht. Ich kenn die Tussi. Sie war schon mal bei mir zu haus.“
„Und da lief was?“
„Nein, aber…“
„Also“, begann Harri, „wenn sie schon einmal bei dir war und nichts lief, warum sollte es heute anders sein? Verstehst du, was ich sage?“
„Ihr wollt bloß nicht teilen. Ihr wollt das Ding hier zu zweit rauchen. Ums hier auszuhalten.“
„Du kannst natürlich mitrauchen“, sagte Dennis. „Und bring die Tussi her.“
Besser als nichts. Also machte ich mich auf die Suche nach Marissa.


Fortsetzung folgt